Public Eye Award – Im Fadenkreuz der Öffentlichkeit

BioBella | 31. März 2011 09:23 Uhr

Seit dem Jahr 2000 werden Dank des Public Eye Awards Konzerne, die Mensch oder Umwelt mit Füßen treten, an den virtuellen Pranger gestellt.

Der Preis, den keiner haben will…

Die jährlich stattfindende kritische Gegenbewegung zum zeitgleichen Jahrestreffen des World Economic Forums (WEF) in Davos, kürte am 28. Jänner 2011 zum 11. Mal das schwärzeste Schaf unter den Umweltsünder-Konzernen, und verlieh dem hoffentlich peinlich berührten “Gewinner” einen ganz besonderen Preis: den Public Eye Award.

Dieser “renommierte Schmähpreis”, wie die Veranstalter Greenpeace (seit 2009) und die Erklärung von Bern (EvB) ihren bei Großkonzernen äußerst unbeliebten Award selbst zu nennen pflegen, zeichnet Akteure der Weltwirtschaft aus, deren “verachtende Geschäftspraktiken” weitreichende Konsequenzen für Mensch und Umwelt haben.

Public Eye Award – Im Fadenkreuz der Öffentlichkeit

Das Firmenimage der Gekürten wird schwer angegriffen und bekommt den Druck der Zivilgesellschaft mit voller Wucht zu spüren! Dabei ist es egal ob die jährlich Nominierten durch

  • ausbeuterische Arbeitsbedingungen
  • Nichteinhaltung der Unternehmensverantwortung oder
  • diverser Umweltsünden

negativ auffallen: der Konzernskandal wird aufgrund der unerwünschten Publicity durch den Public Eye Award ins internationale Scheinwerferlicht gerückt!

NGO-Kampagnen die sich für den Schutz der Umwelt- und Menschenrechte einsetzen, profitieren von der geballten, negativ besetzten Aufmerksamkeit die Firmen wie Neste Oil oder BP aufgrund ihrer Public Eye Award Nominierungen zwangsläufig ereilt, und erhalten somit auf der ganzen Welt mehr Gehör.

Der Ruf nach Gerechtigkeit

Was die Betreiber des Public Eye Awards mit ihren Nominierungen erreichen wollen liegt auf der Hand.

Unternehmen müssen an ihre soziale sowie ökologische Verantwortung erinnert werden. Aus diesem Grund fordern die Initiatoren des Public Eye Awards einen rechtlichen Rahmen, mit dessen Hilfe Unternehmen in die Pflicht genommen werden können. Denn die Gier der in Davos versammelten Global Player treibt stinkende Blüten. Ein Umstand, der mittels des unbeliebten Awards – so hofft man – von der Öffentlichkeit bestraft wird.

Verdopplung der Voting-Stimmen

Der Ruf nach Gerechtigkeit wird immer lauter, wie die diesjährigen Abstimmungszahlen des Public Eye Award belegen: Mehr als doppelt soviele Menschen wie 2010 konnten im Zuge des Nominierungsverfahren für den Web-basierten Public Eye People’s Award mobilisiert werden! Insgesamt haben sich über 53.000 Menschen am Voting beteiligt.

Mit 17.385 Stimmen katapultierte sich der Konzern Neste Oil überaus unfreiwillig auf das Siegerpodest, und darf sich nebst einer Auszeichnung für massivste Regenwaldzerstörungen in Indonesien und Malaysia aufgrund steigender Palmöl-Nachfrage, auch über einen Platz auf Lebenszeit in der eigens eingerichteten Hall of Shame “freuen”, wo sie übrigens alle “Gewinner” der Vorjahre einsehen können. BP, nicht minder umweltschädigend, musste sich mit 13.000 Votes mit Platz 2 begnügen.

Der von einer eigenen Fachjury verliehene Public Eye Global Award ging dieses Jahr für die Vergiftung von Land und Menschen beim Goldabbau in Ghana an den südafrikanischen Bergbaukonzern AngloGold Ashanti, der sich unter anderem für Minenabfälle, die Flüsse und Brunnen kontaminieren, aus denen ganze Dörfer trinken müssen, verantworten muss, so  Daniel Owusu-Koranteng, Präsident der Betroffenenorganisation WACAM bei seiner Davoser Laudatio.

Der Pranger wartet

Ab Mitte August 2011 geht der Public Eye Award in die nächste Runde! Wer wird wohl heuer unter den Nominierten sein? Wenn man sich auf der Welt umsieht wimmelt es ja nur so von passenden Kandidaten.

Wie wäre es mit Tepco? Die Betreibergesellschaft des AKW Fukushima hätte sich doch wahrlich eine Nominierung verdient. Haben sie sich doch weltweit als Realitätsverweigerer und Nicht- oder Fehlinformanten einen Namen gemacht. Sie haben massive Umweltschäden nicht oder sehr spät eingestanden und so Menschen noch zusätzlich unnötig gefährdet.

Mehr Infos finden Sie auf der Public Eye Award Website. Liste aller Gewinner der Vorjahre finden Sie in der Hall of Shame

Bildrechte: Vorschaubild Auge © Free, fotolia.de – Artikelbild Podest © Stefan Rajewski, fotolia.de

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Kategorien: Bildung & Wissenschaft, Umwelt & Energie

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