Die Vorteile der fleischlosen Ernährung

BioBella | 12. Februar 2013 12:12 Uhr

Unter Fachleuten besteht heute kein Zweifel mehr darüber, dass eine fleischlose, vegetarische Ernährung eine optimale Deckung des Nährstoffbedarfs gewährleistet. Der Verzicht auf Fleisch kann zudem Risikofaktoren für zahlreiche Erkrankungen verhindern.

So begünstigt der Fleischverzehr zum Beispiel Diabetes, Übergewicht, Osteoporose und Knochenbrüche, Entzündungen und Schmerzen sowie Herzinfarkte und Arteriosklerose. Außerdem ist Fleisch ein Risikofaktor für Krebs. Wer denkt, man könnte ohne Fleisch kein vernünftiges Gericht zubereiten, der irrt. Inzwischen gibt es unzählige vegetarische Rezepte für Suppen, Fast Food, Eintöpfe, Gratins und passende Nudelsalate für jeden Anlass.

Klimawandel und Umwelteinfluss

“Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.” sagte der überzeugte Vegetarier Albert Einstein. Damals wusste er allerdings noch nicht, wie aktuell seine Erkenntnis einmal sein würde. Inzwischen wurde nachgewiesen, dass der Fleischkonsum und die damit verbundene Tierhaltung extrem zum Treibhauseffekt beitragen. Dieser könnte wiederum zur globalen Erwärmung und damit zu furchtbaren Katastrophen wie Dürren oder Überflutungen beitragen. Deshalb ist der Zusammenhang zum Überleben auf der Erde durchaus gegeben.

Das machen auch viele Dokumentationen und Studien deutlich, die beweisen, wie sehr der Konsum von Fleisch und anderen Tierprodukten das Klima und die Umwelt schädigt. 18 Prozent aller Emissionen des Treibhausgases CO2 stammen aus der Landwirtschaft. Das ist mehr, als der gesamte Straßenverkehr weltweit verursacht und liegt daran, dass die Viehzucht der größte Landnutzer der Erde ist. Zirka 30 Prozent der Landoberfläche und 70 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Landes werden dafür genutzt. Ein Drittel der gesamten Ackerfläche dient allein der Futtermittelerzeugung für die Tiere. Trotzdem steigt der Fleischkonsum rasant. 2050 sollen 465 Millionen Tonnen Fleisch und 1043 Millionen Tonnen Milch produziert werden. Für diesen extremen Luxus werden weltweit die Wälder gefällt – insbesondere in den Tropen. Im brasilianischen Amazonasgebiet verschwand so die Hälfte der ursprünglichen Waldbedeckung.

Welthunger und Wasserknappheit

Weltweit hungern über 900 Millionen Menschen – und das trotz einer weltweiten Getreideernte von über zwei Milliarden Tonnen. Rechnet man das hoch, so stünde bei einer Weltbevölkerung von rund 6,6 Milliarden Menschen jedem Individuum pro Tag zirka 600 Gramm Getreide zur Verfügung.

Allerdings kommt dieser Rechnung die Viehzucht in die Quere, denn 50 Prozent der weltweiten Getreideernte und 90 Prozent der Sojabohnenwelternte werden von Nutztieren verzehrt. Arme Länder sind aufgrund ihrer Überschuldung gezwungen, hochwertige, für die menschliche Ernährung notwendige Pflanzennahrung als Viehfutter zu verkaufen. Deshalb werden auch 60 Prozent der Futtermittel in der Massentierhaltung aus Entwicklungsländern importiert.

Wenn jeder beachten würde, dass 7 bis 16 Kilogramm Getreide benötigt werden, um 1 Kinogramm Fleisch zu erzeugen, würde sich der Fleischverzehr eventuell minimieren. Das würde dazu führen, dass viel mehr Nahrung für Menschen produziert werden könnte, denn auf der Fläche eines Grundstückes, das für die Herstellung von einem einzigen Kilogramm Fleisch benötigt wird, könnte man im selben Zeitraum 200 Kilogramm Tomaten oder 160 Kilogramm Kartoffeln ernten. Auch der Wassermangel kann durch fleischlose Ernährung ausgeglichen werden, denn für den Anbau von einem Kilogramm Getreide werden rund 2000 Liter Wasser verbraucht – für ein Kilogramm Fleisch benötigt man fünfmal so viel.

 

Bildrechte: Bild 1 © George Doyle/Stockbyte/Thinkstock – Bild 2 © Thinkstock Images/Comstock

 

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Kategorien: Essen & Trinken, Gesundheit & Wellness, Tierwelt & Tierschutz

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7 Kommentare

  1. Tim schrieb am 13. Februar 2013 um 14:01

    Hallo aus Flensburg, schöner Artikel aber ich glaube, dass der Mensch ein sog. Allesfresser ist und auch auf tierisches Eiweiss angewiesen ist. Da dies zum Glück auch in Milchprodukten ist, kann man auf Fleisch verzichten. Unsere Kinder haben das Glück, dass ihnen Fleisch nicht schmeckt, somit erübrigen sich auch sinnfreie Diskussionen mit Bekannten und Verwandten.

  2. iWeiss schrieb am 8. März 2013 um 13:27

    ich bin selbst kein freund von fleisch. ich finde es nicht besonders appetitlich. ich würde am liebsten treibende demonstrationen starten, um den fleischkonsum einzudämmen. das ist alles nur noch pervers.

  3. Shake schrieb am 14. Juni 2013 um 20:57

    Hallo, ein toller Artikel. Manche Menschen wissen es nicht mal, dass das Fleischkonsum bspw. mehr CO2-emissionen verursacht, als Autos. Nur eine nachhaltige Ernährung bringt uns weiter. Auf Fleisch kann man dabei so leicht verzichten und dabei immer noch leckere Sachen essen.

  4. Jens – abnehmen ohne sport schrieb am 27. Juni 2013 um 14:47

    Hallo, vielen Dank für den schönen Artikel. Es ist gut und wichtig das solche Beiträge geschrieben und veröffentlicht werden. Somit schafft man in der Bevölkerung immer mehr Bewusstsein für das Problem des übermäßigen Fleischkonsums. Liest man sich die genauen Zahlen aus dem Beitrag einmal durch, dann ist das schon ein wenig beängstigend, wie Verantwortungslos in teilen der Weltbevölkerung gehandelt wird. Zum Glück gibt es auch noch die andere Seite. Je mehr über dieses Problem geschrieben und berichtet wird, desto höher wird auch das Bewusstsein und der ein oder andere macht sich dann doch seine Gedanken.
    Viele Grüße, Jens.

  5. Tanja schrieb am 20. Januar 2014 um 20:29

    Wirklich sehr informativer und guter Text, den ich gerne weiterempfehle, denn das Bewusstsein für all das was hinter der Fleischerzeugung steht, fehlt immer noch den meisten Menschen. Viele denken da eher an Tierleid, was zweifellos auch ein wichtiges Thema ist, aber an diverse andere Fakten wie z.B. Wassermangel, Getreideproduktion & Co wird einfach nicht gedacht oder man weiß es schlichtweg (noch) nicht.

    Liebe Grüße,
    Tanja

  6. Markus schrieb am 1. Mai 2015 um 12:54

    Da ich sehr viel Kraftsport betreibe, kann ich hier denke ich mal aus einem Bereich sprechen, in dem meist enorme Mengen an Fleisch konsumiert werden. Es geht den Sportlern einfach darum, Ihren Eiweißkonsum decken zu können, ohne große Fettmengen aufnehmen zu müssen. Auch selbst habe ich jahrlang viel zu viel Fleisch konsumiert.
    Dann bin ich aber auf die sogenannten Proteinpulver gestoßen. Diese werden nicht künstlich, sondern auf natürlicher Basis aus Milch hergestellt! Damit decke ich nun einen großen Teil meines Eiweißbedarfs. Weniger Leiden für die Tierwelt, und ich muss sagen, meine Haut wurde merklich besser nachdem ich weniger Fleisch konsumierte…

    Gruß Markus

  7. Marco schrieb am 27. Oktober 2015 um 00:50

    Viele Leute mokieren sich über Tierquälerei, aber wenn dann 1 kg Schweinenacke 1,99 € kostet wird zugeschlagen….
    Wer nicht auf Fleisch verzichten will/kann, sollte wenigstens Qualität kaufen damit das grösste Tierleid ein Ende hat.

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