Schmutzige Wäsche – Das giftige Geheimnis

BioBella | 7. Oktober 2011 11:19 Uhr

Im Juli hat Greenpeace den internationalen Bericht “Schmutzige Wäsche” veröffentlicht, der die Verschmutzung vieler Flüsse in China zeigt. Verursacher sind Lieferanten bekannter Textilhersteller, die skrupellos gefährliche Chemikalien in die Flüsse leiten.

Das giftige Geheimnis der großen Textilhersteller

Die verseuchten Gewässer wie Jangtse und Pearl-River bedrohen wertvolle Ökosysteme und natürlich die Gesundheit der Bevölkerung. Man fand eine Reihe gefährlicher Chemikalien darunter auch langlebige und hormonell wirkende Stoffe. Die beiden untersuchten chinesischen Fabriken sind Lieferanten für klingende Namen wie

  • Abercrombie & Fitch
  • Adidas
  • Calvin Klein
  • Converse
  • H & M
  • Lacoste
  • Nike
  • Puma

Natürlich gibt es auch viele andere Unternehmen, die Produkte dieser Fabriken beziehen. Fakt ist aber, dass dass große, globale Marken durchaus die Umweltauswirkungen ihrer Produktion beeinflussen könnten und keine der oben erwähnten Textilmarken ein umfassendes Chemikalienmanagement hat, das ihnen einen vollständigen Überblick über den Einsatz gefährlicher Chemikalien und deren Freisetzung über ihre gesamte Lieferkette geben könnte. Keine dieser Marken ist derzeit in der Lage, derlei Verschmutzungen zu verhindern und daher Mitverschulder. Auch sollten wir uns bewusst sein, dass wir als Konsumenten mit dem Kauf diese Produkte einen Teil der Verantwortung mittragen.

Große Mengen an schadstoffhaltigem, giftigem Abwasser entstehen vor allem bei der Nass-Verarbeitung von Textilien , wie z.B. Färben, Waschen oder Bedrucken.

Was bewirken die Chemikalien

Viele Textilchemikalien haben unerwünschte Eigenschaften. Schwermetalle und einige gefährliche organische Chemikalien können die menschliche Gesundheit und die Umwelt langfristig schädigen. Sie werden nur langsam abgebaut und reichern sich in der Nahrungskette an. Einige können bereits in geringen Konzentrationen das Hormonsystem von Mensch und Tier beeinflussen, andere sind krebserregend oder schädigen die Fortpflanzung. Als Beispiel sei hier das gefährliche Nonylphenol genannt.

Wer ist davon betroffen?

In erster Linie natürlich die Bevölkerung der Region. Verglichen mit anderen Ländern ist die Wasserverschmutzung in China besonders stark. Die Auswirkungen der Chemikalien sind aber nicht regional begrenzt. Durch Meeresströmungen, über die Atmosphäre und über die Nahrungskette werden sie auch über große Entfernungen weiter transportiert.

Übernehmt Verantwortung

Betroffene Markenhersteller müssen aktiv werden und Verantwortung übernehmen. Einzige Lösung wäre ein umfassendes Chemikalienmanagement, um den Einsatz gefährlicher Chemikalien in der Lieferkette erkennen, reduzieren und verbannen zu können.

Detox Kampagne von Greenpeace

Wieder einmal hat Greenpeace mit einer weltweiten Kampagne Aufsehen erregt. Nach dem Start in Peking folgten viele andere Länder, in denen Aktivisten zeitgleich vor diversen Flagshipstores wie z.B. Adidas und Nike mit dem Detox-Strip ihren Protest öffentlich zeigten.

Sieg für die Umwelt

Puma reagiert als erster und hat sich bereit erklärt, bis 2020 auf besonders gefährliche Chemikalien zu verzichten. Kurz darauf folgen dem guten Beispiel auch Nike und Adidas und im September dann H&M.

Klar ist, dass den Unternehmen durch den weltweiten Druck der Öffentlichkeit nicht wirklich eine andere Möglichkeit blieb, als hier einzulenken. Die Umsetzung wurde bis 2020 zugesagt. Hmmm… so viel ich weiß, schreiben wir das Jahr 2011. Sonderlich eilig scheinen es die Herrschaften nicht zu haben. Der Profit darf ja möglichst nicht verringert werden…

Grund zur Freude gibts dennoch. Immerhin hat Greenpeace die drei größten Sportmarken und den zweitgrößten Textilhersteller in ein Rennen um die umweltfreundlicheste Produktion geschickt. In den nächsten Wochen werden die ersten Aktionspläne der Unternehmen erwartet. Ich bin gespannt und freue mich auf die giftfreie Mode!

Bildrechte: Detox-Schriftzug © Greenpeace

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Kategorien: Mode & Accessoires

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4 Kommentare

  1. Evička Slniečko Kováčiková via Facebook schrieb am 12. Oktober 2011 um 22:40

    omg, wo sind Heute keine Giftstoffe, außer Bio-Lemensmittel, und Organic Gewand…? SCHRECKLICH

  2. ParadiseOnEarthForever schrieb am 20. Oktober 2011 um 22:20

    Bin seit 1989 Naturkost-Konsumentin (seit Jahren 100%), kaufe zudem ÖkoTextilien, ÖkoBettwäsche, NaturKosmetik/-parfüm, etc.

    Im Prinzip ist es immer wieder und überall das Gleiche, Geld bzw. Kommerz!

    Nur EIN Beispiel:
    War heute in dem Bioladen wo ich mehrere Jahre als Reinigungskraft beschäftigt war. Erzählte meinem Ex-Chef von diversen Waschkugeln/-bällen, die selbst ÖkoWaschmittel (fast) überflüssig machen; ggf. lediglich WasserEnthärter und, je nach Verschmutzungsgrad, ÖkoGallseife/ÖkoFlecken-Entferner zeitweise erforderlich.

    Mein Eindruck:
    Auch im Bioladen ist es oft schwer, Verbesserungen umzusetzen, die zahlreichen Waschmittel-Produkte verkauft werden wollen.

    Schade, denn die o.g. EnergieWaschkugeln, BioWaschkugeln, etc. er-sparen nicht nur ÖkoWaschmitteln auf ein Minimum sondern auch noch Strom (nur noch Temperatur von ca. 40° C erforderlich), zudem Wasser, da das Heraus-Spülen von SeifenResten wegfällt (somit nach dem ersten Abpumpen des ersten Schmutzwassers die Taste “Spül-Stopp” gedrückt werden kann).

    Gemäß der Bibel, wird Gott bald jene zur Rechenschaft ziehen, die die Erde absichtlich (!) verderben, deren “Treiben” ein Ende zu machen (Offenbarung 11:18; Daniel 2:44; Psalm 37; Jesaja 2:4; 25:8; 33:24; 65:17 u.v.a.)!

    http://www.jw.org
    Allen die besten Wünsche ♥

  3. BioBella schrieb am 7. September 2012 um 14:40

    Good News: H&M verbannt PFC bis 1. Jänner 2013 aus der Produktion! http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/hm_regenpelle_ohne_risiko/

  4. Pingback: FAST FASHION: Kleider-Kauf-Wahn schrieb am 16. September 2013 um 07:42

    […] beim Waschen der Kleidung werden Chemikalien freigesetzt und verunreinigen Flüsse und […]

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