Er hatte die Schnauze voll…

BioBella | 29. September 2011 11:19 Uhr

Es läuft verkehrt auf der Welt!

Bei meinen Recherchen stieß ich unlängst auf ein Interview, dass mir sehr gut gefallen hat. Wie so mancher unter uns, hat Karl-Ludwig Schweisfurth erkannt, dass wir irgendwie vom Wege abgekommen sind und es grundlegend verkehrt läuft.

Es klingt alles so einfach und logisch und doch ist es offensichtlich so schwer umsetzbar. Nehmen Sie sich 13 Minuten Zeit den Film zu sehen. Lauschen Sie dem charismatischen Visionär und genießen Sie die Bilder.

Wer das Ansehen des Videos nicht (gleich) unterbringt, kann hier eine kurze Zusammenfassung des Interviews lesen. Ein Gespräch über nachhaltige Lösungen und die Beweggründe, sein Leben zu ändern.

Die Basis für das Leben auf dem Planeten Erde

“So wie wir die Natur behandeln, so wie wir Tiere behandeln hatte zur Folge, dass Werte verloren gingen und die Würde von Mensch und Tier.”

“Mit der heutigen Landwirtschaft machen wir den Boden kaputt und wenn man nur ein bisschen darüber nachdenkt, dann weiß man, dass wir nicht vom Supermarkt leben, sondern immer noch vom Boden. Und wir fressen den Boden kahl. Wenn es so weiter geht, dann kann die Erde die Menschen bald nicht mehr ernähren.”

“Es geht ja nur noch darum immer noch mehr, immer noch schneller und immer noch billiger zu produzieren und es ist halt so verführerisch ins Regal zum Billigfleisch zu greifen und nicht genau darüber nachzudenken wo das Fleisch herkommt.”

“Alles wird automatisiert nur um den Profit zu steigern, aber mit dem Aussterben der Bauern geht auch unendlich viel Wissen verloren”

Schweisfurth will weg von dieser “Technikgläubigkeit” und sagt, dass es notwendig sein wird, dass der Gesetzgeber die Mindestanforderungen in der Landwirtschaft und Tierhaltung dramatisch erhöhen muss. Im gleichen Atemzug bedauert er, dass dies politisch nicht durchsetzbar sein wird, da die vorherrschenden Mächte, nämlich die Lobby der Lebensmittelindustrie einfach zu stark sei.

Bedenklich findet er, dass auf der Suche nach Innovationen immer nur technische Lösungen eingebracht werden, wo seiner Meinung nach nur soziale Innovationen helfen können

Er ließ seine Vision Wirklichkeit werden

Karl-Ludwig Schweisfurth verkaufte 1984 Europas größtes automatisiertes Schlachthaus “Herta Wurst” an den Lebensmittelkonzern Nestlé.

Auf den Grundsätzen von Ethik, Naturverbundenheit und Qualität erschafft er in der Nähe von München den Modellbetrieb Hermannsdorfer Landwerkstätten.

Er wird vom größten Fleischfabrikanten Europas zum ökologischen Visionär. Karl Ludwig Schweisfurth verändert sein Leben radikal. Er sagt nein zur industriellen Tiervernichtung um nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland zu revolutionieren.

Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten sind nicht durch Preiskampf und bedingungsloses Wachstum erfolgreich, sondern aufgrund der Ehrfurcht vor dem Leben. Er vertritt den Standpunkt, dass der Konsument bewusst Entscheidungen treffen muss, um auf die Produktpolitik der Konzerne Einfluss nehmen zu können.

 

Wie sag’ ich immer: Jeder hat täglich die Wahl!

Bildrechte: Vorschaubild und Artikelbild @ Thomas Buttler, pixelio.de

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Kategorien: Essen & Trinken, Garten & Pflanzen, Tierwelt & Tierschutz, Umwelt & Energie

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6 Kommentare

  1. Tina Matu via Facebook schrieb am 3. Oktober 2011 um 09:31

    <3<3 Super Es ist nie zu spät, zu werden was wir hätten sein können;)

  2. Monika Paul via Facebook schrieb am 4. Oktober 2011 um 06:53

    be veggie

  3. Mario schrieb am 4. Oktober 2011 um 11:44

    es ist echt schön zu sehen, dass es noch menschen gibt die ein wirklich soziales denken, leben. danke für diesen beitrag.

  4. Pingback: Karl-Ludwig Schweisfurth hatte die Schnauze voll…. | holidays with pets blog schrieb am 21. Oktober 2011 um 12:46

    [...] Worten und Taten inspirieren und zum Wohle aller handeln. Das vollständige Video können Sie unter http://www.biokontakte.com/artikel/essen-trinken/er-hatte-die-schnauze-voll einsehen. Nehmen Sie sich die Zeit, es lohnt [...]

  5. Kathrin schrieb am 25. Oktober 2011 um 16:57

    Ich bin so froh zu lesen und zu hören, was mich auch schon lange bedrückt. Ich habe meine Wertigkeiten in den letzten Jahren komplett geändert und würde mir wünschen auch in solch einer Gemeinschaft arbeiten und leben zu können. Wir hätten alle mehr inneren Frieden und müßten uns nicht mit Konsum betäuben.Viele soziale Probleme wären nach kurzer Zeit verschwunden. Mehr davon !!

  6. Klaus Rolser via Facebook schrieb am 13. November 2011 um 11:36

    diese Idee ist sagenhaft, und grundlegend; spitze dieser Clip von den HErmannsdorfer Werkstätten !!!

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