Pestizide in Kräutern und Gewürzen

BioBella | 3. September 2010 20:59 Uhr

Gewürze - Photowa (dreamstime.com)Greenpeace ist bekannt dafür, durch Studien und Tests immer wieder auf Missstände aufmerksam zu machen. So auch geschehen in einer Untersuchung von 44 Gewürzproben auf Pestizidbelastung.

Genauer unter die Lupe genommen wurden Curry- und Paprikapulver, sowie getrocknete bzw. frische Petersilie und Schnittlauch. Das Ergebnis lässt einem aber leider nicht das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Rote Karte für konventionelle Produkte

Mehr als ein Viertel aller getesteten Proben aus konventionellem Anbau waren mit Pestiziden stark belastet, wurden von Greenpeace als „nicht empfehlenswert“ eingestuft und erhielten die rote Karte!

Vor allem Paprika- und Currypulver sowie getrocknete Petersilie schnitten im Test besonders schlecht ab, wobei Currypulver im No-Go Ranking die Nase besonders weit vorne hatte. Fand man doch in einer Probe Spuren des seit vielen Jahren in Deutschland verbotenen Pestizids DDT, welches unter dem Verdacht steht beim Menschen Krebs auszulösen.

Unglaublich: ALLE konventionell getrockneten Kräuter- und Gewürzproben enthielten Pestizidrückstände!

Keine schönen Aussichten

So ist es nicht verwunderlich dass Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace, nach Sichtung der Studie zu folgendem Fazit gelangte:

„Mit einer Prise Paprika oder Curry, wie sie auf der Currywurst landet, streut man sich einen Giftcocktail von bis zu 20 verschiedenen, teilweise krebserregenden Chemikalien aufs Essen!“

Zu den krebserregenden Stoffen gesellen sich weiters nervenschädliche Substanzen und Wirkstoffe, die Fortpflanzungs- und Hormonstörungen auslösen oder gar erbgutverändernd wirken können.

Lösung: Auf BIO setzen!

Einziger Lichtblick: frische Kräuter weisen nur geringe Belastungen auf, und Bioprodukte schneiden in allen Produktgruppen mit „gut” ab. Mit Ausnahme von nur einer Probe (0,003 Milligramm) waren ALLE Produkte aus biologischem Anbau komplett frei von Pestiziden.

Vergleich der Einkaufsquellen

Die Testkäufe wurden in verschiedenen Supermärkten in den größten deutschen Städten getätigt und haben gezeigt, dass die bei Tengelmann und Lidl eingekauften Produkte weniger pestizidbelastet waren, als bei Metro, Edeka und Rewe.

Am Schlechtesten schnitt der Großkonzern Metro ab. Eine Probe getrockneter Petersilie überschritt sogar den gesetzlich festgelegten Grenzwert – gegen Hersteller und Händler wurde Strafanzeige erstattet.

Es muss sich was ändern…

Obwohl Greenpeace seit seiner 2007 gestarteten „Stoppt Gift in Essen“ Kampagne einen Trend hin zu geringeren Pestizidrückständen in Obst und Gemüse beobachtet, forderte die Umweltorganisation nach Bekantwerden der Testergebnisse umgehend gesetzlich bindende Grenzwerte für Pestizide in Gewürzmischungen von der EU-Kommission und Verbraucherministerin Aigner.

Bedenklich: die Pestizidbelastung von konventionellen Kräutern und getrockneten Gewürzen hat sich im Vergleich zum Test vom Vorjahr nicht gebessert!

Die Infos stammen aus der aktuellsten Greennpeace Studie (Okt. 2009). Für 2010 ist kein neuer Test geplant aber wir bleiben dran und würden uns freuen, wenn die Hersteller konventioneller Produkte endlich aufhören würden uns zu vergiften! Aber zum Glück gibt es  ja auch jede Menge Hersteller von Bio-Kräutern und Bio-Gewürzen!


 


Bildrechte: Vorschau- und Artikelbild: Photowa – dreamstime.com

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Kategorien: Essen & Trinken

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3 Kommentare

  1. Jasmin schrieb am 10. September 2010 um 12:18

    Leider das ist das Problem der Bio-Produkte, dass sie nicht immer wirklich bio sind und manchmal auch giftig. Man denkt, dass es viel gesünder ist sich bio-Produkte anzuschaffen als die herkömmlichen, aber sie können auch manchmal sogar krebserregende Substanzen. Bio ist auch nicht sicher.

  2. Waltraud Gadermaier via Facebook schrieb am 21. September 2010 um 15:09

    Für mich bedingen sich Kräuteranbau und Biologische Wirtschaftsweise sowieso.

  3. Pingback: Wie viel Gift verträgt der Mensch? – Pestizide im Essen schrieb am 12. Juli 2013 um 11:12

    [...] Arikel über „Pestizide in Kräutern und Gewürzen“ und auch „Der große Chips-Test 2013“ stimmt nicht [...]

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