Radioaktivität in Fischfanggebieten

BioBella | 27. April 2011 09:01 Uhr

Der Chemiker Manfred Santen von Greenpeace Deutschland hat in einem Interview mit “faz.net” die Einleitung von radioaktiv belastetem Reaktorwasser ins Meer als unverantwortlich verurteilt. Damit wird die Verseuchung von einigen der fischreichsten Gewässer der Welt bewusst in Kauf genommen:

“… in der Küstenregion ist die Radioaktivität schon sehr angereichert. Sie wird massiv kontaminiert, und auch wenn der Fischfang in der Zone verboten ist, so werden die Lebensräume dort doch in Mitleidenschaft gezogen… Wie sich die radioaktiven Stoffe verdünnen und wie sie sich verteilen werden, das kann noch niemand vorher sagen. Die beiden Ströme, die sich hier vereinen, fließen gen Osten Richtung Hawaii und Nordamerika. Dieser Strom teilt sich dann aber noch mal Richtung Alaska und Beringsee, und das ist ein wichtiges Fischfanggebiet, das auch Europa mit Fischen beliefert.”

Aus welchem Fischfanggebiet kommt das Fischstäbchen auf meinem Teller?

Was viele von uns interessiert ist: Wo wurde der Fisch auf meinem Teller eigentlich gefangen? Die Food and Agricultural Organisation (FAO) hat die Weltkarte in verschiedene Fischfanggebiete aufgeteilt und diesen Zonen Nummern gegeben. Anhand der Nummer auf der Verpackung kann man genau sehen, aus welchem Fischfanggebiet der Fisch kommt. Kritisch sind die Fischfanggebiete 61 und 71.

Fischfanggebiete der Weltmeere

  • 18 Arktisches Meer
  • 21 Nordwestatlantik
  • 27 Nordostatlantik
  • 31 Westlicher Zentralatlantik
  • 34 Östlicher Zentralatlantik
  • 37 Mittelmeer und Schwarzes Meer
  • 41 Südwestlicher Atlantik
  • 47 Südöstlicher Atlantik
  • 48 Antarktischer Atlantik
  • 51 Westlicher Indischer Ozean
  • 57 Östlicher Indischer Ozean
  • 58 Antarktischer Indischer Ozean
  • 61 Nordwest-Pazifik
  • 67 Nordost-Pazifik
  • 71 Westlicher Zentralpazifik
  • 77 Östlicher Zentralpazifik
  • 81 Südwest-Pazifik
  • 87 Südost-Pazifik
  • 88 Antarktischer Pazifik

Auf IGLO Packungen waren die Fischfanggebiete gut ersichtlich. Wie sieht es mit Fisch von anderen Herstellern aus? Welche Angaben konnten Sie finden? Feedback in den Kommentaren ist willkommen!

Diese Fanggebietskarte (FAO) des Fischinformationszentrum e.V. gibt Auskunft wo welche Fischart hauptsächlich gefangen wird, die am europäischen Markt auf den Teller kommt.

Wie reagieren Frosta, Iglo und Co?

Frosta führt laut eigenen Angaben selbst Radioaktivitäts-Messungen durch um die Verbraucher vor kontaminiertem Fisch zu schützen. Auf Nachfrage der Verkehrsrundschau bei Iglo antwortete das Unternehmen, dass “seine Fischfanggebeite tausende von Kilometern von der Unglücksstelle entfernt seien und daher keine Probleme die Sicherheit betreffend erwartet werden” Iglo plant eine repräsentative Stichprobe auf Radioaktivität. Wie bitte? EINE Stichprobe? Da hat sich ja hoffentlich jemand nur falsch ausgedrückt… Wieder einmal lachen sich die Vegetarier und Veganer ins Fäustchen, denn sie brauchen sich darüber nicht den Kopf zu zerbrechen!

EU-Grenzwerte für Nahrungsmittel

Nach der Tschernobyl-Katastrophe hatte die EU Grenzwerte für den Import von Lebensmitteln aus jenen Ländern geregelt, die durch das Atom-Unglück kontaminiert wurden. Zusätzlich hat die EU am 26. März 2011 weitere Grenzwerte für Importe aus Japan festgelegt – die Grenzen wurden jedoch als zu lasch kritisiert. Am 8. April reagierte die EU – und passte die Grenzen an japanische Normen an. Für Cäsium 134 und Cäsium 137 gilt künftig bei Lebensmitteln ein Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm. Bei Säuglings- und Kindernahrung senkte Brüssel den Grenzwert für Cäsium von 400 auf 200, für Jod von 150 auf 100 Becquerel.

Wer Urlaub plant und keinen radioaktiv verseuchten Fisch am Teller haben möchte, der findet eine große Auswahl an zertifizierten BIO-Hotels auf der Website der Biohotels, wo es auch Geschenk-Gutscheine für einen BIO-Urlaub gibt.

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Der Mensch zerstört die Fischpopulation. Lesen Sie den Artikel “Der Stör: Ein vom Aussterben bedrohter Fisch der Donau

Bildrechte: Artikelbild Fischfangkarte © FAO – Vorschaubild Fisch © Uschi Dreiucker, pixelio.de – Galeriebilder © biokontakte.com

 

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Kategorien: Essen & Trinken, Gesundheit & Wellness, Tierwelt & Tierschutz, Umwelt & Energie

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21 Kommentare

  1. Simone Seitanowitch via Facebook schrieb am 28. April 2011 um 14:13

    ich esse keinen Fisch und mache mir deshalb keine Gedanken darüber…ist am einfachsten.

  2. Klasse im Garten via Facebook schrieb am 28. April 2011 um 23:58

    danke für die info

  3. Kay Iris via Facebook schrieb am 30. April 2011 um 18:53

    Simone: ausserdem: die radioativität verteilt sich ja noch weiter und bleibt nicht an “einer stelle.”

  4. Maik schrieb am 1. Mai 2011 um 17:32

    Das Problem ist, dass mit den Fischen der natürliche Kreislauf nicht endet. Selbst als Vegetarier läuft man so Gefahr irgendein Kraut zu verspeisen, dass mit dem Fisch etc in Kontakt gekommen war.

  5. Daniel Jegge via Facebook schrieb am 10. Mai 2011 um 14:02

    Tja – die Erde ist eben rund….

  6. Venezianische schrieb am 28. Dezember 2011 um 22:57

    Nach genau so einer Weltkarte der verschiedenen Fischfanggebiete habe ich gesucht und bin hier fündig geworden, vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag.

  7. Pingback: Radioaktivität in Fischfanggebieten | biokontakte.com | netzaufstand.de schrieb am 28. Dezember 2011 um 23:21

    [...] Radioaktivität in Fischfanggebieten | biokontakte.com. This entry was posted in Endgame, Futter, Teil des Problems, wake up by admin. Bookmark the permalink. [...]

  8. Otto schrieb am 21. Mai 2012 um 16:32

    Sagt mal, Fische bleiben doch nicht an einer Stelle stehen, insbesondere der Thunfisch, oder sehe ich das falsch ? Könnten die kontaminierten Fische nicht in die gesunden Fanggebiete schwimmen und dort gefangen werden ?
    Naja, nun ist es soweit, wir machen unsere Erde endgültig kaputt. Schaffen Atomwaffen ab, aber bauen Atomkraftwerke…

  9. Pingback: Der Stör – Bedrohter Riese der Donau schrieb am 5. Juni 2013 um 09:08

    [...] Sie essen gerne Fisch? Informieren Sie sich hier über Radioaktivität in Fischfanggebieten. [...]

  10. mac001 schrieb am 19. August 2013 um 09:34

    tia…… dann schaut euch diese FAKTEN mal an -
    denn jeder der bis dato dachte – die haben fukushima längst im griff —— FALSCH GEDACHT —–!!!

    seit 2.5 jahren fliessen täglich 300 tonnen radioaktives wasser ins meer – und die welt schaut zu.
    tia schauts euch an…….

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/mike-adams/fukushima-im-katastrophenzustand-taeglich-sickern-3-tonnen-radioaktiven-wassers-ins-meer.html

  11. Andreas Drude schrieb am 7. Oktober 2013 um 12:57

    Die Firma Octopus Gmbh D-70599 Stuttgart
    Fax Nr 07114597438 vertreibt Trockenfisch snacks aus dem Fanggebiet FAO 071
    Made in Thailand EU- Nr.: TH 3035

  12. Jessica schrieb am 29. November 2013 um 14:00

    Da habe ich eben in die Kühltruhe geschaut, und sämtlicher Fisch, der da drin war, wurde aus dem FAO 67 & 61 gefangen… nun alles wegwerfen?

  13. Rita schrieb am 30. Dezember 2013 um 15:17

    Ja über den Fisch müssen sich die Veganer oder Vegetarier die keinen Fisch essen keine Sorgen machen. Allerdings verbreitet sich doch die Radioaktivität, sodass auch irgendwann die Pflanzen betroffen sein werden. In einem geringeren Maß hoffentlich als Fische.
    Lg

  14. WVolker schrieb am 16. Februar 2014 um 14:57

    Bin jetzt wirklich total verunsichert. Habe gerade eine komplette Packung Schlemmerfilet (Almare Seafood, FAO67), welches sich schon in der Zubereitung befand, in den Müll befördert.

    Bon apetit

  15. Berta S. schrieb am 1. März 2014 um 16:20

    Liebe Leser,

    ich verstehe, dass durch Nichtwissen eine bestimmte Art der Angst um sich greifen kann. Das beste Mittel gegen Angst aus Unwissenheit ist Wissen! Hier stelle ich ein paar Fakten zur Verfügung, damit morgen der Fisch (und alle anderen Lebensmittel) noch mit Genuss verzehrt werden können.

    Es besteht in keinster Weise eine Gefahr für den Menschen durch Verzehr mariner Produkte pazifischen Ursprungs!
    Die Proben der vom Kraftwerk Fukushima angelegenen Präfekturen betrugen Ende 2013 im Mittel unter 1 Bq/kg und nahmen in größeren Entfernungen weiter ab.

    Würde ein Mensch ein Jahr lang einmal pro Woche eine Fischmahlzeit (200 g) verzehren, die mit 5 Bq/kg belastet ist, erhielte er dadurch eine Strahlendosis von etwa 0,8 µSv (Mikrosievert). Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenexposition des Menschen in Deutschland beträgt im Mittel 2100 µSv pro Jahr.

    Zudem entwichen ausschließlich die kurzlebigen (geringe Halbwertzeit) Fukushima-Radionuklide I-131 und Cs-136. Daraus ergibt sich, dass sie zerfallen sind, lange bevor das Grenzwert-Maximum im Fisch erreicht wird.

    Mit dem Verzehr radioaktiv kontaminierter Produkte nimmt der Mensch die betreffenden Radionuklide auf. Diese werden mit dem Stoffwechsel im Körper verteilt. Cäsium-Isotope können im gesamten Körper verteilt werden, bevorzugt aber im Muskelgewebe. Iod-Isotope sammeln sich in der Schilddrüse. Die Isotope werden nach einer bestimmten Zeit wieder ausgeschieden.
    Mit der Aufnahme von Radionukliden erhält die betroffene Person eine entsprechende Strahlendosis. Um diese abzuschätzen, muss man die Höhe der Aktivitätskonzentration im verzehrten Produkt (Bq/kg) sowie die verzehrte Menge (kg) kennen. Für jedes Radionuklid gibt es einen sogenannten Dosiskoeffizienten („effektive Dosis“), der die Wirkung auf den gesamten Körper der Person berücksichtigt.

    Um zu zeigen, wie man mithilfe dieser Dosiswerte zu Abschätzungen der Strahlendosis kommt, sind im folgenden Rechenbeispiel zusammengestellt. Die beiden kürzerlebigen Radionuklide Cs-136 (13 Tage Halbwertszeit) und I-131 (8 Tage Halbwertszeit) sind dabei, weil sie keine Rolle mehr spielen, nicht berücksichtigt.
    Es werden 0,2 kg Fisch verzehrt (das ist in etwa eine Mahlzeit), wobei die Radionuklide Cs 137 und Cs 134 mit jeweils 10 Bq/kg im Fleisch des Fisches vorliegen mögen. Es ergibt sich für die Radionuklide:
    Cs-137: D = 0,2 kg x 10 Bq/kg x 0,013 µSv/Bq = 0,026 µSv
    Cs-134: D = 0,2 kg x 10 Bq/kg x 0,019 µSv/Bq = 0,038 µSv
    Die gesamte Dosis für diese Mahlzeit beträgt aufsummiert 0,064 µSv.

    Ich hoffe, ich konnte durch diese Fakten einfürallemal klarstellen, dass Radioaktivität primär nichts negatives ist (siehe: natürliche Strahlung) und andererseits die radioaktive Belastung von Lebensmitteln und in Folge die gesundheitliche Beeinträchtigung des Menschen ausgeschlossen ist.

    Die Gefahr von Gesundheitsschäden durch Schadstoff-Belastung von Nahrungsmitteln und deren gesundheitliche Folgen sind bei Düngung von Bio-Lebensmitteln, speziell Kulturpflanzen mit Fäkalien (Schweinescheiße), euphemistisch auch unter Naturdünger bekannt, weitaus höher, da Verseuchungen mit E.coli Bakterien-Stämme sehr problematisch sind und im schlimmsten Fall zu einem schnellen und schmerzhaften Tod führen.

    Quellen:

    Bundesforschungsinstitut für Fischerei
    http://www.ti.bund.de/de/startseite/startseite/faq-japan.html

    Umweltbundesamt
    http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/dokumente/coliforme_bakterien.pdf

  16. tralala schrieb am 10. März 2014 um 21:04

    Ab einem Wert von X>0,0001µSv besteht die Gefahr der Entstehung von tödlichem Krebs.

    Klar man kriegt mehr Strahlung ab wenn man zu lang in der Sonne liegt. Aber trotzdem sollte man das verstrahlte Essen nicht in Kauf nehmen.

    Es ist schon erbärmlich wie sehr die Welt dank uns bisher verseucht wurde. Schlimm genug dass es auf der Welt kein richtig sauberes Wasser mehr gibt. Jetzt kippen wir noch Literweise radioaktiven Dreck dazu. Ich hoffe jemand mit Macht ließt das und stoppt diese Umweltverschmutzung endlich…naja – die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Wären wir Gärtner würden wir wohl mit dem Panzer kreuz und quer durch unseren Garten driften. :(

  17. Thomas Schowalter schrieb am 20. August 2014 um 16:30

    Wollte gestern bei Rewe das Produkt Schlemmerfilet Sylter Art von Iglo ausprobieren. Nach einem Blick aufs Fanggebiet weiss ich nun, daß ich das Produkt, ohne ein Ergebnis der Messwerte nicht bzw. wohl nie essen werde.Fischfanggebiet 61, Nordwest Pazifik, detailliert geht es um 61-02A, einfach mal bei iglo.de eingeben (Fischherkunft). Es liegt, wie wäre es anders zu erwarten, nördlich von Japan. Hab Iglo und den Konkurrenten Frosta mal gefragt, ob es Messungen zu Fisch/Produkten aus den Gegenden gibt. Bleibt spannend, das Päckchen steht immer noch im Rewe im TK Schrank. Keine Ahnung ob Nordseefisch gesünder ist, zumindest kauf ich den mit besserem Gewissen. Übrigens, Schleppnetze gehörten auch noch zu den Methoden von Iglo.

  18. michi schrieb am 4. April 2015 um 19:01

    liebe Berta S.,
    bitte iss die pazifischen fische doch selber,
    alle anderen können sich selbst ein bild machen,
    es reicht nur enenews.com zu öffnen, oder im google nachzuschauen.

  19. Skeptisch schrieb am 14. Juni 2015 um 23:32

    Berta schrieb kompletten Unsinn.
    Es wurden tatsächlich mindestens 13,600 TBq caesium-137 in Fukushima freigesetzt.
    Zusätzlich ist der bloße Vergleich von Strahlendosen irreführend, da unterschiedliche radioaktive Strahler, unterschiedliche Energien freisetzen und unterschiedlich im Körper eingelagert werden.

    Fakt ist: 1.) es wurde sehr viel radioaktives Caesium 137 in Fukushima freigesetzt. 2.) Caesium 137 ist extrem gesundheitsschädlich.

  20. Mihael schrieb am 25. August 2016 um 15:34

    Ich bekomm die Krise, hab grad im Altpapiersack gesehn, die Fischstäbchen die ich verzehrt habe, sind aus dem Gebiet FAO61 vernäht und zugeflixt. Und der Thunfisch den ich gerade essen möchte, der ist aus dem Gebiet FAO 67 (FAO77), sie wissen es wohl nicht genau. Und bei Euch steht, sie haben die Normen an Japans Normen angepasst, Japan hat doch die Normen um das wieviel? zehnfache erhöht, was bei uns normal war. Also ich ess jetzt den letzten Fisch, haha oh Mann, auf Risiko, hab kein Strahlenprüfgerät. Man muss wohl echt, immer mehr und mehr sich selbst vertrauen, also dem Staat danken, aber lieber selber nochmal nachdenken.

  21. Achim schrieb am 14. Oktober 2016 um 17:59

    Update Verseuchung der Fangebiete

    https://rositha13.wordpress.com/2016/10/11/meere-gesamter-pazifik-radioaktiv-verseucht/

    Ich für meinen Teil werde keine Fisch mehr aus dem gesamten Pazifik essen. Herkunft unbekannt auch nicht.

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