Stör Fisch – Bedrohter Riese der Donau

BioBella | 4. April 2013 08:22 Uhr

Stör Fisch Donau

Der Stör – bedrohter Fisch der Donau

Der Stör: Vom Aussterben bedrohter Fisch

27 Stör-Arten gibt es weltweit. Sechs davon sind oder waren in der Donau heimisch. Fünf dieser Donau-Störe gelten laut IUCN (2009) als „vom Aussterben bedroht“, wobei eine davon (der Atlantische Stör) hier offenbar bereits ausgestorben ist.

Der Stör: Ein außergewöhnlicher Fisch

Der Stör wird oft als „lebendes Fossil“ bezeichnet. Schon vor mehr als 200 Millionen Jahren bewohnte der faszinierende Fisch Flüsse und Meeresküsten. Er zählt zu den größten Fischen der Welt. Der in der Donau heimische Beluga-Stör ist ein Riese unter den Fischen und soll über 6 Meter lang und 1,5 Tonnen schwer geworden sein.

Der Stör ist ein urtümlicher Fisch, der ein sehr hohes Lebensalter von bis zu 100 Jahren erreichen kann. Die späte Geschlechtsreife von etwa 20 Jahren erleichtert dem Stör die Vermehrung nicht gerade. Viele Störe fallen dem Fischfang zum Opfer, noch bevor sie sich überhaupt fortpflanzen konnten. Der Stör-Fisch legt zur Fortpflanzung weite Wanderungen zurück. Die ausgewachsenen Fische leben bei den meisten Stör-Arten im Meer – nur zur Laichzeit steigt der Stör die Flüsse hoch. Die Störe der Donau kamen dabei bis nach Österreich und sogar Deutschland. Noch vor 100 Jahren wurden in Wien Prachtexemplare dieser gefährdeten Fisch-Art gefangen.

Der Stör: Ein dreifach bedrohter Fisch

  • Übernutzung der Stör-Bestände durch illegalen Fischfang und Kaviarhandel
  • Verhinderung der Laichzüge des Störs durch Staudämme
  • Zerstörung der Laichplätze des Störs

Der Stör: Ein “überbenutzter” Luxus-Fisch

Der Stör ist ein besonders wertvoller Fisch, denn er liefert den kostbaren und beliebten Kaviar. Ein Kilo echter Beluga-Kaviar kostet etwa € 6.000,- Tendenz steigend.

Rumänien und Bulgarien sind die beiden größten Staaten an der unteren Donau und waren bis vor wenigen Jahren unter den Top 10 Kaviar-Exportländern. Dann wurde ein Fangverbot für den Stör eingeführt, um die Bestände dieses seltenen Fisches zu sichern und der Verkauf von Wildkaviar verboten.

Ein großer Schritt zur Rettung der gefährdeten Störe, aber ein Verhängnis für die Fischer in der wirtschaftlich armen Region, die eine wichtige Einnahmequelle verloren haben.

Stör Fisch Donau Schutz

Der Stör – Fisch-Nachkommen in der Donau

Der Stör: Der Fisch leidet unter blockierten Laichwanderungen

Störe können vom Schwarzen Meer nur noch etwa 860 km die Donau hoch wandern. Dann unterbrechen zwei Staudämme am „Eisernen Tor“ zwischen Serbien und Rumänien die Jahrtausende alte Laichroute. Die riesigen Staudämme wurden in den 1970er und 1980er Jahren errichtet und sind für den Stör-Fisch unüberwindbar. Die Lebensräume oberhalb der Dämme sind seither verloren. Eine Fischaufstiegshilfe muss diese Barriere für den Stör und andere wandernde Fischarten passierbar machen und so Laichwanderungen wieder ermöglichen.

Der Stör: Ein Fisch, der immer weniger intakte Lebensräume findet

Der Stör ist ein sehr anspruchsvoller Fisch. Er braucht spezielle Habitate zum Laichen, zum Überwintern, als „Kinderstube“ und um geeignete Nahrung zu finden. Die zunehmende Verbauung der Donau für die Schifffahrt und die Landgewinnung, die Entnahme von Schotter und Sand etc. führen dazu, dass immer weniger geeigneter Lebensraum für den Stör zur Verfügung steht. Dazu kommt, dass das Wissen über den scheuen Fisch und seine Lebensgewohnheiten immer noch sehr gering ist und wichtige Laichplätze der Störe unbekannt sind. Eine Kartierung der bedeutsamsten Habitate und deren Unterschutzstellung wäre wünschenswert.

Der Stör: Ein Fisch ohne Zukunft?

Der Schutz der Störe kann nur zusammen mit Fischern, Behördenvertretern und anderen lokalen Stakeholdern erfolgreich sein. Durch gezielte Bewussteinsbildung und Informationsarbeit müssen Wissen und Interesse für die Riesen der Donau deutlich erhöht werden.

Mehr Infos zum Projekt zum Schutz der Stör-Fische in der Donau

Danube Sturgeon Task Force

Wenn Sie das Stör-Schutzprojekt unterstützen möchten, können Sie da hier tun:

Kontonummer 9112683901, BLZ 20111

Umfangreiche Infos zum Stör Fisch auch hier

Sie essen gerne Fisch? Informieren Sie sich hier über Radioaktivität in Fischfanggebieten

Quelle und Bildrechte © Jutta Jahrl, WWF Österreich

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Kategorien: Essen & Trinken, Tierwelt & Tierschutz, Umwelt & Energie

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1 Kommentar

  1. lüften und heizen schrieb am 23. April 2013 um 09:41

    Das ist in meinen Augen ein sehr besonderer und schöner Fisch. Sollte so ein Fisch aussterben nur aufgrund von kaviar. Ich meine wer braucht schon kaviar?

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