Der Weg zur grünen Geldanlage, Teil 1

BioBella | 12. September 2012 12:58 Uhr

Wer sich nach einer Möglichkeit umschaut sein Geld anzulegen, wird sich einige Fragen stellen. Insbesondere vor dem Hintergrund der Sicherheit werden einige Anleger ganz genau hinschauen. Das ist auch gut so. Ein engagierter Anleger sollte aber auch hinterfragen, was mit seinem angelegten Geld eigentlich gefördert wird.

Wissen Sie was die Bank mit Ihrem Ersparten anstellt?

Bei den meisten Geldanlagen wissen die Anleger gar nicht, was während der Anlagedauer mit ihrem Geld geschieht. Bei konventionellen Banken ist es leider die Regel, dass Gelder der Anleger in Bereiche wie Atomenergie, Rüstungs- und Waffenindustrie, sowie Kinderarbeit investiert werden, ohne dass die Anleger darüber Bescheid wissen. Themenbereiche wie Ökologie oder Nachhaltigkeit sind bei diesen Geldhäusern nur selten anzutreffen. Es ist also nicht auszuschließen, dass z.B. eine Rüstungsfirma oder ein anderes, Ihnen nicht genehmes Unternehmen von Ihrem Geld profitiert. Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie sich für eine „grünen Geldanlage“ entscheiden.

Was ist eine grüne Geldanlage?

Anbieter grüner oder ethischer Investments lehnen Anlagen in Unternehmen ab, die Gewinne aus kontroversen Geschäftsbereichen wie Rüstung oder Atomtechnik u.a. erwirtschaften. Es werden nur Anlagen eingeschlossen, die auch zu den Überzeugungen der Kunden passen. Neben der finanziellen Renditeerzielung bieten grüne Geldanlagen auch einen ökologischen und sozialen Mehrwert. Mit dem angelegten Geld können beispielsweise

  • Umwelttechnologien gefördert,
  • erneuerbare Energien ausgebaut oder auch
  • nachhaltige Produktionsweisen und
  • humane Arbeitsbedingungen

unterstützt werden. Das Schöne: Der Mehrwert kostet nichts. Veranlagungen, die ethische und ökologische Kriterien berücksichtigen, sind weder teurer noch risikoreicher. Dieses gängige Vorurteil haben umfangreiche Studien inzwischen widerlegt.

Wird dann auch wirklich keine Atomkraft oder Rüstungsfirma unterstützt?

Anbieter grüner Geldanlagen knüpfen die Verwendung der Geldmittel an bestimmte Bedingungen. Das kann der Ausschluss bestimmter Investitionsbereiche wie beispielsweise Chemie oder Atomkraft sein, oder die Maßgabe, nur in soziale Förderobjekte oder erneuerbare Energien zu investieren. Neben Kriterien wie Sicherheit, Rendite und Anlagedauer haben Anleger die Möglichkeit sich genau die Anlage auszusuchen, die am ehesten zur persönlichen Überzeugung passt.

Wo bekomme ich grüne Geldanlagen?

In Österreich hat sich seit 2010 ein Verein zur Förderung und Gründung einer demokratischen Bank gegründet, der an einer umfangreichen Bank Strategie arbeitet. Wann Interessierte jedoch von der alternativen demokratischen Bank Lösungen für die Geldanlage beziehen können ist aktuell leider noch offen. Anders ist es in Deutschland. Dort gibt es inzwischen eine Reihe von grün und verantwortungsvoll orientierten Banken.

In Deutschland als vertrauenswürdig erwiesen haben sich die UmweltBank, die Ethikbank, die Triodos Bank und auch die GLS Gemeinschaftsbank. Diese Banken arbeiten nach eigenen Angaben mit ökologischer und sozialer Verantwortung und unterscheiden sich zum Beispiel in ihrer unterschiedlich starken Ausrichtung auf einzelne Bereiche der grünen Finanzen.

Die Ethikbank hat für ihre Produkte beispielsweise eher umweltpolitische und soziale Anlagekriterien festgelegt und fördert bestimmte Projekte. Die GLS-Bank hingegen stellt ökologische und soziale Initiativen von Menschen, die zu einer fortschrittlichen Entwicklung der Gesellschaft beitragen wollen, in den Mittelpunkt. Weiterhin gibt es zahlreiche Produktanbieter, die sich auf einzelne Bereiche, wie z.B. erneuerbare Energien spezialisiert haben.

Professionelle, unabhängige Beratung

Wer sich selbst nicht sicher ist, welche Bank und welches Produkt zu einem passt, sollte einen unabhängigen Berater konsultieren. Denn auch eine grün orientierte Bank wird dem Kunden immer nur die hauseigenen Produkte anbieten (können).

„Bei einem Beraterhaus haben Sie die freie Wahl und können von der Unabhängigkeit und Expertise der Berater profitieren“, empfiehlt Gerd Junker, Experte für nachhaltige Geldanlagen. „Ähnlich wie bei den Versicherungen hat jeder Anbieter unterschiedliche Stärken und Schwächen, die es gilt mit dem Kunden gemeinsam herauszuarbeiten und verständlich darzulegen.“

In Teil 2 des Beitrages zum Thema “Grünes Geld” folgen Informationen zu folgenden Bereichen:

  • Wie finde ich einen verlässlichen Berater für die grüne Geldanlage?
  • Welche Produkte gibt es bei den grünen Geldanlagen?
  • Wie steht es um Sicherheit und Rendite der grünen Geldanlagen?

 

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Kategorien: Ethisch & Sozial, Geld & Investment

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2 Kommentare

  1. Martin Hark schrieb am 28. Juli 2013 um 08:23

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel! Ich beschäftige mich auch gerade mit alternativen Geldanlagen. Alternative Investments stellen sehr gute Möglichkeiten zur Geldanlage dar. Auf der einen Seite können diese einem bei der Diversifikation des Vermögens behilflich sein, auf der anderen handelt es sich um renditestarke Anlagemöglichkeiten. Neben den gängigsten alternativen Anlageformen, den Edelmetallen, gibt es noch unzählige andere Möglichkeiten, welche der breiten Masse meist nicht bekannt sind. Dies liegt vor allem daran, dass ein gewisses Know-How bzw. in den meisten Fällen auch das nötige Kleingeld vorhanden sein muss um in solche Asset-Klassen investieren zu können – Hedgefonds, Wald, Kunst, Sammlerstücke … Vor allem in wirtschaftlich turbulenten Zeiten gewinnen Alternative Investments immer mehr an Bedeutung. Dabei sind vor allem neben den klassischen Edelmetallen noch ethische und grüne Investments sehr gefragt. Oftmals wird angenommen, dass solch Investments sicherer als die herkömmlichen Anlagen sind, da die Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund steht – dies bedeutet jedoch nicht, dass alternative Investments eine geringere Rendite aufweisen –alternative Investments können sogar renditestärker als herkömmliche Sparformen sein. In Zukunft wird ihnen sicherlich noch mehr Bedeutung zukommen!

  2. Steffi schrieb am 17. Januar 2014 um 21:16

    Schöner Artikel. Danke.

    Mir fällt in dem Zusammenhang noch ein, dass hierzu auch das Thema passt, wohin man Geld geben kann, damit es auf fruchtbaren Boden fällt und anderen Menschen zu Gute kommt, denen es nicht so gut geht, wie uns. In diesem Zusammenhang könnte ich kiva nennen (http://www.kiva.org/). Eine tolle Organisation, die es jedem Menschen ermöglicht, Kleinstkredite zu geben, dieses Geld wird irgenwann zurück bezahlt und dann kann man wieder investieren usw…Mit 100 Euro kann man so über einen längeren zeitraum gleich mehreren Menschen helfen.

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