Atomenergie! Wie nahe ist die Gefahr?

BioBella | 14. März 2011 10:33 Uhr

In Anbetracht des zur Zeit weltweit diskutierten Themas Atomkraft, ausgelöst durch die aktuelle Katastrophe in Japan brennt auch mir wieder einmal einiges auf der Zunge. Zur Lage in Japan gibt es ohnehin jede Menge Artikel und immer wieder neue Meldungen, also möchte ich mich mehr der Lage in unseren Gefilden widmen.

Österreichisches Volksbegehren zum EURATOM-Ausstieg

Vergangene Woche endete das österreichische Volksbegehren zum EURATOM-Ausstieg. Leider nicht mit dem erhofften Ergebnis. Magere 1,56 % Stimmbeteiligung lassen einen verzweifeln. 1.300 Stimmen fehlten auf die benötigten 100.000. Was ist bloß los mit den Menschen? Verdrängungsmechanismus? Informationsmangel? Warum hat die Bevölkerung nicht genug Selbsterhaltungstrieb, um gegen Atomkraftwerke zu protestieren, auf die Straße zu gehen oder zumindest eine lächerliche Unterschrift zu leisten.

Wie weit ist Japan entfernt von uns?

Japan ist ja zum Glück soooo weit weg! Das geht uns ja quasi fast gar nichts an! Nicht einmal die atomare Wolke wird uns erreichen. Der drohende Fallout tangiert uns somit nur am Rande. Da haben wir ja nochmal Glück gehabt.

So oder so ähnlich ticken viele Westeuropäer. Aber wir sollten endlich erkennen, dass es sich hier um ein globales Problem handelt. Wir leben alle auf der selben Welt und wir atmen alle die gleiche Luft. Wie wäre es mit einem kurzen Blick über den Tellerrand? Japan ist eigentlich ganz nah! Atomkraftwerke umzingeln uns und auch wenn die Erdbebengefahr naürlich nicht in gleichem Ausmaß gegeben ist, so können wir zumindest davon ausgehen, dass viele der uns nahe gelegenen Atomkraftwerke nicht annähernd den Sicherheitsstandard haben, den ein japanisches AKW vorweisen kann. Und fest steht: Eine 100%-ige Sicherheit gibt es nicht und wird es – egal mit welchen Vorkehrungen – auch NIE GEBEN! Aber an einen grenznahen Super-Gau will man offensichtlich nicht denken. Zu schmerzhaft allein der Gedanke daran. Sollte es aber einmal dazu kommen, wird die “Steck-den-Kopf-in-den-Sand-Politik” uns vor den Auswirkungen nicht schützen. Ob der Super-Gau dann mit technischem oder menschlichem Versagen begründet wird, wäre mir dann reichlich egal!

Schon in meinen Artikeln “Restrisiko Atomkraft und “Wo lagern die Castoren” kann man deutlich meine Einstellung zur Atomenergie sehen. Und immer wieder plädiere ich dafür, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Atomausstieg selber machen

Profitgier und Lobbyismus dürfen unserer Zukunft – einer sicheren, gesunden und glücklichen Zukunft – nicht im Wege stehen. Der schnellste und einfachste Weg aus der Atomenergie ist der des persönlichen Handelns. Jeder einzelne kann mit seiner Entscheidung selbst aus der Atomenergie aussteigen. Wenn keiner mehr Atomstrom beziehen möchte, dann werden die AKWs von ganz alleine ihre gefährlichen Pforten schließen.


Tchibo Strom Campaign

Mit dem Tarifkalkulator Österreich können Sie in Sekundenschnelle schwarz auf weiß sehen, dass Ökostrom nicht teurer sein muss als herkömmlicher Strom. Am Balken direkt unter den verschiedenen Anbietern können Sie die Aufteilung zwischen Erneuerbarer Energie sowie fossiler und nuklearer Energie ganz einfach erkennen.

Für den Stromwechsel in Deutschland gibt es auf der Seite Atomausstieg selber machen alle nötigen Tipps.

NaturstromHandel GmbH – 100% Ökostrom Anbieter für Deutschland

AAE Naturenergie – 100 % Ökostrom Anbieter für Österreich

Weiterführende Links:

Karte Atomkraftwerke in Europa – beängstigender Blick auf unsere Umgebung

Gefahren der Atomkraft – Zusammenfassung von Greenpeace

Schockvideo gegen Atomkraft – eindrucksvolles Video von Greenpeace

Zu viele Atomkraftwerke gefährden die Menschheit!

Zur Zeit sind 438 Atomkraftwerke weltweit in Betrieb. 57 sind bereits in Bau.

  • Führend in Westeuropa ist Frankreich mit 58 AKW gefolgt von Großbritannien mit 19 und Deutschland mit 17
  • In den USA wird die Bevölkerung von 104  AKW gefährdet
  • In Osteuropa führt Russland mit 32 gefolgt von der Ukraine mit 15 Atomkraftwerken
  • Japan liegt in Asien mit 54 AKW weit vor Indien mit 19
  • In Afrika gibt es lediglich 2 Kernkraftwerke und
  • Australien geht mit gutem Beispiel voran und betreibt überhaupt keine Atomkraftwerke

Alle genauen Zahlen weltweit finden Sie hier.

Lesenswerter Artikel von Reiner Metzger in der taz.de

 

 

 

 

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Kategorien: Umwelt & Energie

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3 Kommentare

  1. Tirolblogger schrieb am 14. März 2011 um 15:14

    Sehr guter Artikel. Alle denken, die Gefahr ist so fern, doch eigentlich trifft sie uns jeden. Auch wenn wir in Österreich atomfrei sind, so müssen wir uns doch Sorgen machen, was um uns herum geschiet.

    Ich habe heute in einem Artikel zwar auch von einem sicheren Tirol gesprochen, aber wie deine Grafik gut veranschaulicht, können wir auch hier nicht sicher sein.
    http://blog.tirol.org/kein-atomkraftwerk-in-osterreich/

    Danke für den ausführlichen Artikel!
    Grüße aus Tirol!

    P.S.: Darf ich die Infografik für einen Beitrag auf unserer Facebook-Seite verwenden?

  2. Michael Hartl schrieb am 15. März 2011 um 10:05

    Hallo Bella,

    danke für den Artikel. Ich möchte nur kurz hinzufügen, dass die japanischen AKWs äußere Sicherheitshüllen haben, die im Moment mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu beigetragen haben, dass nicht noch mehr Strahlung ausgetreten ist. Bis jetzt zumindest – hoffen wir sie halten.

    Mochovce, nur ein paar Kilometer entfernt von Wien, hat z.B. keine äußere Hülle….

    Die Gefahr im Falle eines Super-GAUs sind hier also teilweise noch viel höher als in Japan.

    Übrigens, Lisa hat auch dazu auch ein paar Worte geschrieben: http://experimentselbstversorgung.net/?p=604

  3. Michael schrieb am 15. März 2011 um 14:28

    Habe in der Schweiz während meines Studiums in einem AKW gearbeitet. Das AKW wurde von den selben Leuten, zur gleichen Zeit wie Zwentendorf gebaut. Alleine der Schichtführer gab mir zu denken. Jede 3.Nacht saß er bei uns am Lagerfeuer und hat sich bis 2-3 in der früh die “Birne” weichgesoffen. Wieviele Menschen kann ein Pilot einer Passagiermaschine im Durchschnitt bei einem Absturz töten? 300-1000? Klar jeder einzelne ist zuviel, doch welches Risiko geht die Bevölkerung mit einem besoffenen Diensthabenden eines Atomkraftwerkes ein? Vielleicht schreibe ich Dir mal einen Artikel über diesen Job im AKW.

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