#1MonatVegan: Was, wenn nicht Milch…?

BioBella | 26. September 2016 11:48 Uhr

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Schön, dass Du dabei bist bei der #1MonatVegan Challenge und Dich für die vegane Lebensweise interessierst. Du bekommst hier einen Monat lang täglich neue Infos und Tipps und kannst am Ende der Blogparade am 1. November, dem Weltvegantag mit viel Wissen und Enthusiasmus Deine ganz persönliche #1MonatVegan Challenge starten. Das kann nur die Ernährung sein, oder auch andere Lebensbereiche wie Kosmetik oder Kleidung mit einbeziehen. Mein Vorschlag ist Step by Step, denn die Fülle an Informationen kann schon mal „erdrückend“ wirken und wir wollen ja nicht, dass zu hohe Erwartung bzw. zu viele Rückschläge die Umsetzung Deines Vorhabens scheitern lassen 🙂

#1MonatVegan und: Wie ist das jetzt mit der Milch?

Die Debatte um Kuhmilch ja oder nein, gesund oder ungesund, Tierschutz oder Tierleid hat bestimmt jeder schon mal wo gelesen oder gehört. Immer mehr Menschen verzichten auf den „Genuss“ von Kuhmilch. Meist wird diese Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen, allem voran die mittlerweile weit verbreitete Laktoseintoleranz, gefällt, doch immer mehr Menschen möchten vor allem nicht mehr für Tierleid verantwortlich sein. Schenke der Werbung keinen Glauben: Milch ist NICHT gesund und  Milch von glücklichen Kühen gibt es nicht!

Gründe für den Milch-Verzicht

Gesundheitliche Gründe Milch vom Speiseplan zu streichen gibt es viele. Studien belegen folgende negative Auswirkungen des Milchkonsums auf den menschlichen Körper:

  • Auslöser von Neurodermitis, Allergien, Unverträglichkeiten und unreiner Haut
  • Übersäuerung im Körper (zu viel Milch und Fleisch) fördert das Wachstum von Tumorzellen
  • Verstärkung und Förderung der Osteoporose (Übersäuerung entzieht den Knochen Kalzium)
  • Milch enthält auch (Reste von): Antibiotika (zur Behandlung von entzündeten Eutern), Schwangerschaftshormone (weil auch während der Trächtigkeit gemolken wird) und dreihundertmal mehr Kasein als menschliche Muttermilch (unverdaulich für erwachsene Menschen)

Wenn es Deine Intension ist, Tierleid zu vermeiden, dann hast Du mindestens genau so gute Gründe, auf Milch und Milchprodukte zu verzichten:

  • Kühe werden mehrmals künstlich geschwängert, um die Milchproduktion hoch zu halten, sie geben nicht „einfach so und gerne“ ihre Milch an uns ab! Weil die mehrmalige Trächtigkeit in kurzer Zeit und die ständige Milchproduktion Höchstleistung bedeuten, ist die Kuh nach nur fünf Jahren völlig ausgezehrt und wird geschlachtet. Das ist quasi Teenageralter, denn Kühe werden etwa 15-20 Jahre alt.
  • Gleich nach der Geburt wird das Kalb von der Mutter getrennt. Beide leiden dadurch seelisch, denn natürlich können auch Tiere Gefühle wie Trauer und Schmerz empfinden. Das Kalb wird mit künstlichem Milchersatz aufgezogen.
  • Das weibliche Kalb wird bald selbst eine Milchkuh werden und erleidet das gleiche Schicksal wie ihre Mutter. Das männliche Kalb wird gemästet und im Kindesalter von nur drei bis sechs Monaten geschlachtet.

Nimm Dir doch mal 45 Minuten Zeit und schau auf Youtube „Die Milch-Lüge

Wenn Dir Deine Gesundheit und der Tierschutz am Herzen liegen, dann solltest Du auf Kuhmilch verzichten. Aber ich kann Dich beruhigen: Es gibt jede Menge wohlschmeckender Alternativen.

#1MonatVegan Pflanzendrinks

Eine kleine Auswahl des großen Angebots an pflanzlichen Drinks

Milch, die keine ist

Interessant ist, dass „Milch“ in der EU ein geschützter Begriff ist und deshalb pflanzliche Milchersatzprodukte nicht als Milch bezeichnet werden dürfen. Sie stehen mit der Bezeichnung „Drink“ im Regal und gelten laut Gesetz auch nicht als Grundnahrungsmittel. Weil deshalb die Besteuerung höher ist als bei Milch und die Produzenten auch nicht so hoch subventioniert werden, wie die Milchbauern, schlägt sich das leider im Preis nieder.

Meines Erachtens steht es sich aber allemal dafür, für die eigenen Gesundheit und den Tierschutz ein paar Euro mehr zu bezahlen. Wie bei allen Nahrungsmitteln achte bitte auch hier auf Produkte in BIO-Qualität.

#1MonatVegan und die Milchalternativen

So wie bei allen Nahrungsmitteln wähle ich auch bei den Pflanzendrinks die ich verwende immer BIO-Qualität, so kann ich unerwünschte Inhaltsstoffe vermeiden. Schau mal wie viele Milch-Alternativen es gibt:

Soja-Drink

Der Sojadrink ist der Klassiker unter den pflanzlichen Drinks. Er ist mittlerweile überall zu bekommen und auch preislich die günstigste Alternative. Meiner Meinung nach eignet sich der Sojadrink vorrangig fürs Kochen und Backen (Pfannkuchen, Torten, Saucen) weil der Geschmack pur doch sehr naja… sagen wir mal „eigen“ ist. Gerne wird er jedoch für den Kaffee verwendet oder in diversen Geschmacksrichtungen (Vanille, Kakao). Soja-Drinks enthalten fast gleich viel Eiweiß wie Kuhmilch.

Getreide-Drinks

Getreide-Drinks gibt es aus verschiedensten Rohstoffen wie z.B. Hafer, Dinkel oder Reis. Getreide-Drinks haben allgemein weniger Eiweiß und Fett als Kuhmilch und schmecken leicht süßlich. Sie eignen sich hervorragend zum Kochen und Backen und schmecken auch pur oder im Müsli sehr gut. Im Gegensatz zur Kuhmilch liefern Getreidedrinks auch gesunde Ballaststoffe. Wie alle pflanzlichen Drinks sind sie laktosefrei, enthalten (außer dem Reisdrink) naturgemäß aber Gluten.

Vor allem der Reisdrink ist sehr beliebt, weil er durch die Fermentierung eine natürliche Süße entwickelt und auch farblich (reinweiß) der Milch am ähnlichsten ist. Die Konsistenz jedoch ist etwas wässriger.

Der Haferdrink weist die höchste Dichte an Vitaminen und Mineralstoffen auf. Er enthält die Vit. E, B1, B2, B3 und B6 sowie Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen.

Hanf-Drink

Der Hanf-Drink ist noch nicht so bekannt und hat wie die Getreide-Drinks einen geringen Eiweiß-, jedoch höheren Fett jedoch hochwertige Omega3 Fettsäuren. Er eignet sich sowohl zum pur Trinken, Kochen und Backen, als auch für Kaffee, Puddings oder Desserts. Weil Hanf kein Getreide ist, ist der Hanf-Drink zusätzlich zur Laktosefreiheit auch noch glutenfrei.

Mandel-Drink, Haselnuss-Drink

Ein geschmacklich sehr interessanter Drink ist der Mandeldrink. Wie der Name schon sagt, wird er aus Mandeln gemacht und schmeckt deshalb leicht aber ganz köstlich ein wenig nach Marzipan. Der Haselnuss-Drink schmeckt sehr nussig, ist geschmacklich ein wunderbarer Kakao-Ersatz und deshalb bei Kindern sehr beliebt. Beide Drinks bieten sich zum Kochen und Backen für Süßspeisen an. Auch pur, im Müsli oder Kaffee sind sie ein Genuss.

Misch-Drinks

Es gibt auch verschiedene Kombinationen wie z.B. Soja/Reis-, Reis/Kokos oder mein ganz persönlicher Favorit Mandel/Reis-Drink. Das Angebot ist wirklich reichhaltig, dass Du Milch bald nicht mehr vermissen wirst. Du musst Dich einfach mal durchkosten und das für Dich passende finden. Auch bei den verschiedenen Produzenten unterscheiden sich die Drinks im Geschmack, geringfügig bei den Nährwerten und natürlich auch im Preis.

#1Monat Vegan Pflanzendrinks

#1MonatVegan: Verschiedene Pflanzen-Drinks für verschiedene Geschmäcker

Die Umstellung

Beim Kochen und Backen ist die Umstellung auf Pflanzendrinks wirklich leicht umzusetzen. Soja- oder Hafersahne für Saucen oder auch Dinkel- oder Reisdrink für Reisauflauf oder Palatschinken sind geschmacklich kaum zu unterscheiden. Das würde ich in der (vegan-kritischen) Familie auch mal gar nicht so kommunizieren, denn sonst schmeckt plötzlich alles ganz „komisch“ 😉

Die Umstellung von Kuhmilch auf pflanzliche Drinks als pures Getränk ist so eine Sache, wo es immer wieder scheitert. Zugegeben, es bedarf schon einer Gewöhnungsphase, bis sich Dein Geschmackssinn umgestellt hat. Ich erlebe bei vielen auch eine Art von „Sucht“ bzw. die grundsätzliche Schwierigkeit der Entwöhnung von Gewohntem. Aber wie heißt es so schön? Wo ein Wille, da auch ein Weg!

Zur Umgewöhnung kann ich Dir den Tipp geben, die Kuhmilch anfangs auf jeden Fall mit dem pflanzlichen Drink zu mischen und das Mischungsverhältnis langsam zu steigern. Dass kann zu Beginn auch nur ein sehr kleiner Anteil Pflanzendrink sein, z.B. ein Viertel des Glases. Belasse es so ein paar Tage oder auch Wochen und vergrößere den Anteil des Milch-Ersatzes erst, bis sich Dein Geschmackssinn umgestellt hat und Du ihn nicht mehr „herausschmeckst“. Du kannst dann 50:50 probieren und das so weiter spielen, bis Du Dein Ziel erreicht hast. Das kann je nach persönlicher Vorliebe und Gewöhnung verschieden lang dauern. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst und ich kann Dir versichern, bald wirst Du Kuhmilch nicht mehr vermissen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut 😉

PS: Mein Extra-Tipp bei Kindern

Bei Kindern ist es bei diesem Vorhaben (anders als im normalen Alltag natürlich!) oft ganz hilfreich ein wenig zu „schummeln“. Die Psyche spielt dabei ganz viel mit und wenn Du die Umstellung langsam genug vollziehst, wird es Dein Sprössling vielleicht gar nicht bemerken. Das funktioniert natürlich umso besser je jünger das Kind ist. Mit älteren Kindern kann man natürlich schon die Problematik der Kuhmilch ansprechen und sie bei der Umstellung mit einbeziehen.

Wenn mein jüngster Sohn Lust auf Kakao hat, dann trinkt er ein Glas kalte Haselnussmilch, was ein wirklich köstliches Getränkt ist und sonst ist er ohnehin ein Wassertrinker. Wir Mütter müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass Kinder unbedingt ein „Glas gesunde Milch“ trinken müssen, denn das ist nicht so! Auch bei mir hat es eine Zeit gedauert, bis ich meinem Lukas zum Frühstückbrot sein Glas Wasser ohne schlechtes Gewissen geben konnte. Wir enthalten unseren Kindern nichts vor, wenn wir ihnen keine Kuhmilch zu trinken geben, im Gegenteil: Wir helfen ihnen damit gesund zu bleiben!

Viel Erfolg bei Deinem ganz persönlichen Weg!

Wie immer bin ich für Fragen gerne über die Kommentarfunktion erreichbar.

Dieser Artikel ist Teil der #1MonatVegan Blogparade mit Challenge, die vom 01. Oktober bis zum 01. November 2016 läuft.

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Meine Beiträge zur #1MonatVegan Blogparade mit Challenge

#1MonatVegan Blogparade mit Challenge: Erklärung

#1MonatVegan Challenge: Vegane Kochbücher für Einsteiger

#1MonatVegan Challenge: Was, wenn nicht Milch?

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Kategorien: Artikel, Essen & Trinken, Gesundheit & Wellness, Tierwelt & Tierschutz

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Ein Kommentar

  1. Oliver schrieb am 18. Oktober 2016 um 10:35

    Ob kuhmich jetzt gesund oder ungesund ist, das sei mal dahin gestellt.
    Ich persönlich trinke keine milch, max einen fingerhut voll für den frühstückskaffee.
    Diese ganzen milchersatzdrinks finde ich jedoch bedenklich. Da drin ist hauptsächlich wasser mit verdickungsmittel (um milchähnlich zu sein) mit farbmittel aromen usw. Bitte die zusammensetzung auf der verpackung lesen. Gesund ist das SICHER nicht.
    Ich stille meinen durst ausschliesslich mit wasser.

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