Precycling macht Recycling unnötig

BioBella | 15. September 2011 12:27 Uhr

Precycling bedeutet Abfall zu vermeiden, bevor dieser entsteht. Klar ist und bleibt Recycling wichtig, doch die größte Entlastung für unseren geplagten Planeten ist natürlich Abfall schon im Vorfeld stark einzuschränken bzw. wo geht ganz zu vermeiden.

Zu sinnlos werden Ressourcen für Verpackungsmaterial verschwendet, das nach seinem kurzlebigem Einsatz dann Jahre braucht um zu verrotten. Das steht doch in keiner Relation!

Precycling – Abfallvermeidung im Vorfeld

Precycling wird ja in vielen Bioläden oder auch auf Wochenmärkten erfolgreich praktiziert. Hauptsächlich handelt es sich dabei aber um Obst und Gemüse. Bei Mehl, Linsen, Getränken oder Waschmittel sieht es da schon anders aus. Kaum eine Möglichkeit solche Waren selbst abzufüllen. “Greißler” gibt es schon lange keine mehr und ich vermisse die echten alten “Zuckerlgeschäfte”, die Süßigkeiten noch nach Stück oder Gramm verkauften…

Precycling Vorzeigemodell in London

Der Londoner Laden Unpackaged betreibt Precycling vom Feinsten. Alle Produkte werden offen verkauft. Das bedeutet, dass jeder seine Behältnisse selbst mitbringen muss. Die Vorteile liegen auf der Hand. Erstens ist man nicht an Verpackungseinheiten gebunden und hat dadurch den Vorteil, nur so viel kaufen zu müssen, wie man auch tatsächlich braucht und zweitens bedeutet Precycling schonenden Umgang mit den Ressourcen unserer Erde → Entlastung unserer Umwelt → Gutes Gewissen beim Einkauf :) Der Shop war sogar CNN einen Beitrag wert.

   

Eigeninitiative Precycling

Wenn Sie sich der Problematik bewusst sind, die durch die Unmengen an Verpackungsmüll entsteht, wird Ihnen der neue Gedanke des Precyclings gefallen. Wobei diese Idee natürlich nicht wirklich neu ist, erinnert es doch an alte Zeiten, wo der verpackungsfreie Einkauf gang und gäbe war.

Im deutschsprachigen Raum ist mir kein solcher Laden bekannt. Schade eigentlich. Denn in Zeiten von Supermarkt und Zeitdruck ist der Lebensmitteleinkauf leider zu einem notwendigen Übel geworden. Keine Zeit und Muße, die herrlichen Gerüchen und Farben zu genießen und in Ruhe auszuwählen. Anstatt dessen nervende Kaufhausmusik, Plastikverpackung wohin man schaut und gestresste Gesichter.

Es liegt aber an uns selbst etwas zu ändern. Bevorzugen wir kleinere Läden oder Bauernmärkte, wo doch noch einiges offen verkauft wird. Jeder kann etwas gegen die Unmengen an Verpackungsmüll tun. Betreiben Sie Precycling indem Sie wiederverwendbare Behälter und Taschen mitbringen. Und lassen Sie unangemessene Vielfachverpackung demonstrativ im Geschäft zurück. Vieles an Verpackung ist überhaupt nicht notwendig – wir haben uns nur daran gewöhnt…

Precycling können Sie auch unterstützen, indem Sie Gebrauchtes kaufenDinge tauschen und nicht mehr benötiges verschenken.

Bildrechte: Plastikmüll in gelben Säcken © Moni Sertel, pixelio.de – beide Bilder unverpackter Lebensmittel © Unpackaged.com

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Kategorien: Essen & Trinken, Recyling & Entsorgung, Umwelt & Energie

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9 Kommentare

  1. Traumpfade Tägale via Facebook schrieb am 16. September 2011 um 08:57

    ham wir alles schon gemacht……dann wurde es aus hygienieschen gründen verboten…..

  2. Linda Sperling via Facebook schrieb am 16. September 2011 um 09:03

    Der Mensch ist doch Gewohnheitstier. Die Umstellung ist sicherlich nicht leicht, fördert aber bestimmt auch den Blick darauf wieviel ver/abgepacktes man sonst konsumiert.
    Ich würde so einen Laden unterstützen, wenn auch wahrscheinlich nicht für alle Produkte.

  3. Philine Maczassek via Facebook schrieb am 16. September 2011 um 09:08

    dies praktiziere ich seit ca. einem halben jahr.

  4. Isabella Wambacher via Facebook schrieb am 16. September 2011 um 09:45

    Mach ich, beim Biobauern hoch erwuenscht

  5. Angela Milenz via Facebook schrieb am 16. September 2011 um 10:04

    Der Wille ist auf jeden Fall da und ich versuch´s bereits seit ´ner Weile wo´s möglich ist. Ein einziger WAHNSINN der ganze Plastikmüll – vor allem die ganzen Plastiktüten. Die werden einem regelrecht hinterher geworfen – egal wo und für jeden Artikel (egal wie klein der ist)! Sehr oft werde ich verständnisslos angeschaut, wenn ich dankend die Plastetüte ablehne… Das finde ich echt traurig! Es macht sich echt kaum jemand ´ne Platte drüber.

  6. Barbara Artlieb via Facebook schrieb am 16. September 2011 um 10:06

    ja – dieser Plastikwahn macht mich auch ganz narrisch. Alleine beim Obst wäre es sicher kein Problem, wenigstens Papiersackerl statt dem Plastik anzubieten. Dafür zahle ich dann sogar gerne ein paar Cent. Sonst bemühe ich mich, immer selber ein Sackerl oder meinen Einkaufskorbe dabei zu haben. Und was geht, kaufe ich offen beim Biomarkt in unserem Ort. Aber auch ich könnte sicher noch viel konsequenter sein………….

  7. biokontakte.com via Facebook schrieb am 16. September 2011 um 10:49

    @tägale: ja das mit den hygienischen richtlinien ist oft ein problem in den geschäften, darauf berufen sie sich gerne… @barbara: papiersackerl nehmen die supermärkte leider keine, weil sie nicht durchsichtig sind und das kassenpersonal so nicht sehen kann, was drinnen ist :( @alle: toll, dass ihr da so engagiert seid! wenn andere menschen das sehen, kann man sie vielleicht auch zum umdenken bewegen!

  8. Klasse im Garten via Facebook schrieb am 16. September 2011 um 16:21

    machen wir tlw. seit über 15 jahren, da wir die milch von der elektrischen milchkuh holen (wir brauchen sehr viel milch). Ich könnte es mal ausprobieren in unserem biogeschäft, wenn ich käse kaufe, und brot. Und beim fleischbauern…Ich rechne übrigens das verwenden von pfandbehältern auch zum precycling.

  9. ruth – animal.fair schrieb am 22. September 2011 um 11:12

    Precycling ist eine spannende Sache – ich erinnere mich daran, dass man sich früher einmal in Bioläden Haarshampoos und ähnliches nachfüllen lassen konnte – was dann offenbar mit Hinweis auf die Hygienebestimmungen (Verkeimung offener Produkte etc)verboten wurde. Interessant wäre zu wissen, wie die Gesetzeslage heute aussieht – ob diese das Precycling verhindert oder ob das Konsumenteninteresse zu gering ist.(immerhin gibt es vegetarisch/vegane Imbissstuben, die kein Take-Away-Geschirr ausgeben, sondern ausschließlich mitgebrachtes befüllen)

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