MRSA Keim und ESBL auch in österreichischem Geflügelfleisch

BioBella | 27. März 2012 10:04 Uhr

MRSA Keim

Der MRSA Kein ist mit freiem Auge nicht sichtbar

Schon wieder negative Schlagzeilen für Geflügelfleisch. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über antibiotikaresistente Keime (ESBL oder MRSA-Keim) in der Massentierhaltung.

MRSA Keim und ESBL auf Geflügelfleisch

Auf biokontakte.com gab es im Herbst bereits einen Artikel zum Thema “MRSA Keim – Gefährliches Geflügel“. Damals schockierten katastrophale Ergebnisse einer Untersuchung deutscher Fleischproben verschiedener Hersteller die Konsumenten. Dass es in der Schweiz oder Österreich nicht besser aussieht war eigentlich klar.

Aktuelle ESBL/MRSA-Keim Untersuchung von Global 2000 in Österreich

Vier große österreichische Hühnerfleischproduzenten wurden auf antibiotikaresistente Keime wie MRSA-Keim oder ESBL untersucht. Nur eine einzige Probe war frei von schädlichen Keimen. Das Problem findet sich vorrangig in der Massentierhaltung, denn da werden jede Menge Antibiotika verabreicht um eine Ansteckung unter den viel zu eng gehaltenen Tieren zu vermeiden. Auch die verbotenen vorbeugende Behandlung ist gang und gäbe.

Untersucht wurden Hühner der Hersteller Lugitsch, Titz, Wech und Huber. Gekauft wurde das Fleisch bei Hofer, Billa, Zielpunkt und Spar. Getestet wurde auf zwei Arten von Keimen, die gegenüber bestimmten Antibiotika resistent sind. Nämlich Methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus (MRSA) und Extended Spectrum Beta-Laktamase (ESBL) produzierende Escherichia Coli (E. Coli).Komplette Studie hier.

Was ist so gefährlich am MRSA-Keim bzw. ESBL?

Der MRSA-Keim wird entweder vom Tier selber oder aber auch über Frischfleisch auf den Menschen übertragen. Bei Menschen mit schwachem Immunsystem (Kinder, ältere Personen, Kranke) kann der MRSA-Keim und ESBL drastische Folgen haben. Lungenentzündung, Harnwegsinfekte oder Blutvergiftung können die Folge sein.

Das große Problem ist dann aber die Behandlung. Der MRSA-Keim ist durch die vermehrte Gabe von Antibiotika in der Massentierhaltung antibiotikaresistent geworden. Das bedeutet, dass er mit herkömmlichem Antibiotika nicht behandelt werden kann. Für Ärzte wird es immer schwieriger ein wirksames Medikament für die Behandlung zu finden. 25.000 Todesfälle soll es EU weit dadurch jährlich geben.

Bio-Hühner sind normalerweise frei von ESBL und MRSA-Keimen. Ausnahmen sind lediglich Tiere von Anbietern, die sowohl konventionelle als auch Bio-Hühner halten. Hier kann es in Ausnahmefällen zu Kontamination von außen kommen. Grundsätzlich sind Sie aber mit Fleisch aus Bio-Erzeugung auf der sicheren Seite oder aber natürlich durch vegetarische Ernährung.

Kontrolle der Antibiotika Verabreichung bei Tieren wünschenswert

Wie schon seit Monaten in Deutschland wird nun auch in Österreich der Ruf nach mehr Transparenz bei der Antibiotika-Verabreichung bei Tieren durch z.B. eine zentrale Erfassung laut. Ein Stopp der Subventionierung der risikoreichen Massentierhaltung durch den Staat ist längst fällig.

Wir haben es satt!

Die Agrarindustrie in Europa verursacht Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Megaställen. Sie verschärft Hungerkrisen, den Klimawandel und das Höfesterben. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen. Wer das so satt hat wie ich, der kommt zur Demo am 30. März 2012 um 10 Uhr vor dem Lebensministerium in Wien.

Wer denkt, dass er gut beraten ist, wenn er von Geflügel auf Meeresfrüchte umsteigt, dem sei dieses Video ans Herz gelegt:

Links zum Thema MRSA Keim

Fragen und Antworten  zum Thema MRSA - Bundesinstitut für Risikobewertung

Filmbeitrag “Gefährliches Geflügel” - Report Mainz

Autorengespräch zum Beitrag “Gefährliches Geflügel” - Report Mainz

Infos zu ESBL (Extended Spectrum Beta Laktamase) - Symptome.ch

Bildrechte: Mein herzlicher Dank geht an Stefan Bröckling, PETA Deutschland, der mir seine Fotos kostenfrei zur Verfügung gestellt hat! www.dokumentiere.de (alle Galeriefotos) Vorschaubild und kleines Artikelbild Hühnchen @ Jürgen Oberguggenberger, pixelio.de

 

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Kategorien: Essen & Trinken, Gesundheit & Wellness, Tierwelt & Tierschutz

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6 Kommentare

  1. Sigrid Töpfer via Facebook schrieb am 27. März 2012 um 11:06

    Guten Appetit !!

  2. Ich liebe Bio via Facebook schrieb am 27. März 2012 um 11:21

    Daher: Mehr vegetarische Bio-Produkte essen!

  3. Lara schrieb am 27. März 2012 um 11:35

    Der MRSA Keim wird in meinen Augen viel zu stark vernachlässig. Tut mir leid, da muss der Staat schnellstens etwas unternehmen. Wenn irgendein Verantwortlicher dies hier liest. Bitte unternehmen Sie was.

    Grüße

  4. Bakenhus Biofleisch via Facebook schrieb am 27. März 2012 um 12:07

    Hat denn wirklich jemand geglaubt, das nur Deutsche Erzeuger Antibiotika verwenden?

  5. Claudi Gipp via Facebook schrieb am 27. März 2012 um 13:40

    Und danke an alle die uns dann die multiresistenten Keime übertragen!!! DANKE DANKE DANKE!!!

  6. M. Kuhr schrieb am 5. Dezember 2015 um 12:13

    Es ist schon recht merkwürdig alle 4 Hersteller über einen
    Kamm zu scheren. Eine Probe war doch frei von Schadstoffen! Auch müssten Sie den Hersteller benennen bei dem die grauenhaften Fotos gemacht worden sind.
    So geht es nicht ! Eine Bewertung ist OK und wünschens Wert, aber FAIR !

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